Ich liebe es, zu schreiben. Wenn mich etwas berührt oder zum Nachdenken bringt, hilft es mir, alles in Worte zu fassen. Mit meinen Texten möchte ich die Menschen ebenfalls berühren und ihnen zeigen, dass sie nie alleine sind mit ihren Geschichten und Gefühlen. Du bist absolut richtig, so wie Du bist. Mit allem, was Du denkst, fühlst oder tust. Sei einfach authentisch. Ehrlich und echt. Sei einfach Du.

 

Viel Spass beim Lesen!

 

In den letzten Tagen hat sich viel KLARheit in mir breit gemacht. Klarheit in verschiedensten Themen und Lebensbereichen. Das fühlt sich so richtig gut und stimmig an. Wie ich zu dieser Klarheit gelangt bin, möchte ich hier erzählen.

 

Viele kennen meine 2020-Geschichte. Da war ganz viel Verlust, ganz viel Angst, Trauer, Wut und Ohnmacht mit dabei. Ja, ich bin ein sehr impulsiver Mensch. Ich liebe es, ALLE meine Gefühle bewusst und bis zum Schluss zu fühlen und zu erleben. Mein Fokus bleibt jedoch immer auf den Sinn hinter allem, auf das Positive, auf die Transformation, welche sich schlussendlich als Geschenk erweisen wird. Zumindest war das bis im März 2020 so. Okay, anfänglich behielt ich diese Art zu denken und zu fühlen bei. Doch je länger alles dauerte, umso mehr verlor ich das Vertrauen in alles, was ich bisher geglaubt und erlebt hatte.  Ängste, Trauer, Verlust und Ohnmacht nahmen immer mehr zu. So sehr, bis mir alles über den Kopf wuchs. Ich fand keinen Weg mehr, mich dieser Fülle von schmerzenden Emotionen zu stellen, sie «abzuarbeiten», sie anzunehmen. Und das kannte ich nicht von mir. Es war mir fremd, mich von so vielen schweren Gefühlen überrollen zu lassen. Ich wollte stark sein. So wie ich es gewohnt bin. Stark sein bedeutet für mich nicht, gegen die Gefühle anzukämpfen, sondern sie Schritt für Schritt anzusehen, anzunehmen und zu transformieren. Die Welle war allerdings zu gross und ich tauchte immer wieder unter. Die Luft wurde knapp (passt ja auch zu der aktuellen Thematik). Bei jedem Auftauchen erhaschte ich einen kurzen Blick auf meine Insel, die mir noch als letzte Rettung blieb. Die meisten von Euch kennen meine Insel. Dieser grosse Sandhaufen in Marokko. Vor etwas mehr als 3 Wochen schien es so, dass ich diese Insel endlich erreichen werde. Den Ort, an dem ich meine Lungen wieder mit Sauerstoff füllen könnte, mich ausruhen, mich all dem hingeben, was noch angeschaut werden möchte. Ich war bereit. Und ich fühlte, JETZT ist der Zeitpunkt da, an dem ich dieses stürmische Meer verlassen kann, an dem Boden unter den Füssen gewinne, an dem ich mich ausruhen und neue Kräfte tanken kann. Ich war mir wirklich so sicher!! Und dann…. Bämmm….. 39 Stunden vorher die Info: Sorry, Deine Insel kann grad nicht angesteuert werden. Ich versank…. Blubb…. Blubb… Blubb…. Im grossen stürmischen Meer liessen meine Kräfte einfach nach und ich versank. Was für ein grauenhaftes Gefühl. Mein Körper schmerzte, zog sich zusammen und ich dachte wirklich, dass ich sterben werde. Sterben an diesem Schmerz, der emotional und physisch so stark war, wie ich ihn noch nie, niemals in meinem ganzen Leben gefühlt hatte. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so lange geweint zu haben. So lange, dass ich wahrscheinlich einen halben Ozean hätte füllen können mit meinen Tränen. Solange, bis ich sprichwörtlich leer war. Einfach nur leer. Und tot. Ertrunken in diesem riesigen stürmischen Meer aus Trauer, Wut, Angst, Ohnmacht und purer Verzweiflung. Nun lag ich da. In meinem Bett. Und fühlte mich erschöpft, ausgelaugt und leer. Tot. Und trotzdem war hier dieses Gefühl von Ruhe. Von Frieden. Von Leichtigkeit. Ich musste nicht mehr strampeln. Nicht mehr kämpfen. Nicht mehr nach Luft schnappen. Ich konnte mich einfach hingeben, liegen und sein. Und es fühlte sich gut an. Erstaunlicherweise fühlte es sich tatsächlich gut an. Denn Tod ist ja immer auch der Übergang in ein neues Leben. Eine knappe Woche habe ich mich zu Hause isoliert. Habe diese Ruhe, diese Stille, diese Leichtigkeit, dieses Sein genossen. Habe mich den restlichen Tränen und schweren Gefühlen hingeben, die sich noch ganz leise zeigten. So, wie wenn Du noch die letzten Tropfen aus einer leeren Flasche rauslässt. Dann habe ich mich langsam wieder ins (neue) Leben getraut. Sachte. Schritt für Schritt. Alte Muster und Gefühle haben sich nochmal kurz gezeigt, bis sie endgültig verpufft sind. Seit einigen Tagen fühle ich diese Freiheit in mir. Seit einigen Tagen fühle ich wieder meinen Optimismus, meinen Mut, meine Zuversicht, mein Vertrauen in mir. Vor zwei Tagen spürte ich mein Herz wieder. Es hat mir gezeigt, dass dieses Gefühl von Glücklichsein noch in mir existiert. Und WIE es existiert! Schöner als je zuvor. Zwar noch etwas zaghaft. Aber wenn, dann ganz unbeschreiblich. Es eröffnen sich gerade neue Horizonte für mich. Nicht mehr nur Türen, sondern Horizonte. Jetzt übe ich mich in Geduld und noch mehr Mut. Geduld, auf den Zeitpunkt zu warten und Mut, den Sprung in den neuen Horizont zu wagen. In ganz vielen Bereichen meines Lebens. Schritt für Schritt… bis zu dem Moment, an dem ich springe. Sterben ist gar nicht so schlimm. Die Angst davor ist schlimmer. Und neu geboren zu werden ist wunderschön. Hallo Leben, ich bin wieder da!

AUTHENTIZITÄT

Authentizität bedeutet „Echtheit“. Bist Du echt in Deinem Fühlen, Deinem Denken, Deinem Schreiben, Deinem Reden, Deinem Tun, Deinem ganzen SEIN? Oder teilst Du einfach Gedanken und Worte mit, die Du irgendwo gehört oder gelesen hast und die Dir gefallen? Authentisch sein bedeutet ECHT sein in MEINEM Fühlen, MEINEM Denken, MEINEM Schreiben, MEINEM Reden, MEINEM Tun, MEINEM Sein. Wir finden überall tolle Lebensweisheiten, überzeugende Tips und Menschen, die uns beeindrucken. Echt wirst Du aber erst, wenn all das, was Dir gefällt, was Dich bewegt, was Du als Deine Wahrheit siehst, auch verinnerlicht hast und lebst. Und das ist oft die grosse Schwierigkeit. Im Kopf kommt all das schnell an. Oft auch im Herz. Aber das Umsetzen, das ist die grosse Kunst. TUN… nicht nur denken, schreiben oder reden.

Ich wünsche Dir ganz viel Mut, Ausdauer, Geduld und Vertrauen auf Deinem persönlichen Weg zur Authentizität.

ICH BIN DANN MAL IN DER WÜSTE…

18. Dezember 2019 – ich buche meinen Flug, meinen 7-stündigen Transfer und mein Hotel für den 26. Dezember. Spontan und kurzfristig habe ich entschlossen, in die Wüste zu reisen, um den Wechsel ins neue Jahrzehnt in den Dünen zu verbringen. Ausserdem habe ich Lust auf Zeit für mich und ich wollte mal wieder über meinen Schatten springen. Noch nie zuvor war ich alleine in den Ferien. Und bis zu diesem Moment konnte ich mir auch niemals vorstellen, so etwas zu tun. Ich bewunderte alle, die alleine auf Reisen gingen. Aber ich – nööö, niemals! Und nun will ich es doch mal ausprobieren. Und das ausgerechnet in einem Land, von dem ich bis vor ein paar Jahren niemals daran dachte, es zu bereisen. Da meine Cousine einen engen Bezug zu Marokko hat, haben mein Mann und ich vor 5 Jahren eine Woche Ferien bei ihr in Marrakesch verbracht und sind anschliessend noch eine Woche rumgereist. Bereits damals hab ich den Zauber dieses Landes gespürt, aber die Angst, die mir während den ganzen 2 Wochen im Nacken sass, hat die Magie erstickt. Ich war unter Dauerstrom und ich war mir sicher, dass ich Marokko niemals lebend wieder verlassen würde, weil ich hinter jeder Ecke, hinter jedem Bart und hinter jeder Kutte Gefahr witterte. Heute schäme ich mich sehr für dieses Denken und ich bin immer noch extrem schockiert, wie sehr ich beeinflusst war und welche Vorurteile ich hatte…. Nach meinen Wüstenbesuchen im März und im Oktober letzten Jahres konnte ich aber meine Vorurteile Gott sei Dank revidieren und heute ist es einer der Orte, an denen ich mich absolut sicher und geborgen fühle. Nun ist er gekommen, dieser 26. Dezember. Um 2.00 Uhr morgens klingelt der Wecker. Normalerweise ist das mein Untergang, so mitten in der Nacht aufzustehen. Aber diesmal ist alles anders. Ich steh auf, hüpf unter die Dusche und ich freue mich auf mein Abenteuer. Um 5.00 Uhr treffen wir am Flughafen ein. Früher war das der Ort, an dem mich Panik beschlich. Ich fand es jeweils schon schrecklich, einen Flughafen zu betreten, auch wenn ich nur jemanden bringen oder abholen musste. Geschweige denn, selbst zu Fliegen. Diejenigen, die schon mal das Vergnügen mit mir hatten, wissen, wovon ich rede. Nachdem ich aber im Frühling letzten Jahres meine Flugangst mit Hypnose ein für allemal weggebracht hab, hab ich mich an diesem Morgen erhobenen Hauptes von meinem Schatz verabschiedet und bin durch die Passkontrolle und weiter zum Gate spaziert. Um 7.30 Uhr hebe ich ab und erlebe einen nicht endenden Sonnenaufgang und spektakuläre Stimmungen am Himmel. Wow, was für ein Gefühl. Landung in Marrakesch. Jippiii, erste Hürde überstanden. Ich freu mich, dass ich von einem lieben Bekannten vom Hotel abgeholt werde. Noch einige Besorgungen seinerseits und los geht sie, die 7stündige Fahrt über das imposante Atlasgebirge. Auch nach dem 4. Mal ist diese Fahrt wieder ein ganz besonderes Erlebnis und ich bin geflasht von dieser wundervollen Bergwelt. Auf einer langen Geraden erlebe ich ein weiteres herrliches Naturschauspiel. Der Himmel ist ein wenig Dunstverhangen und die Sonne versucht, sich durchzusetzen. Auf einmal erscheint vor uns ein regenbogenfarbener Kreis um die Sonne und taucht die Gegend in eine mystische Atmosphäre. Ich bin ergriffen und mir rollen die Tränen übers Gesicht. Tiefe Dankbarkeit erfüllt mich. Und Demut. Dankbarkeit, dass ich das erleben darf, Demut vor dieser WUNDERvollen Natur. Ja, und dann tauchen sie endlich auf. Die zwei Türme des Palmenparadieses Chez le Pacha. Es fühlt sich an, wie nach Hause zu kommen. Freudig werde ich begrüsst von den Menschen, die ich bei meinen letzten beiden Besuchen hier bereits kennenlernen durfte. Und ich bin einmal mehr extrem berührt über die Herzlichkeit an diesem Ort. Ich beziehe mein Zimmer und stelle mich der nächsten Herausforderung. Alleine zu Abend zu essen. Ja, das war nun ein ganz blödes Gefühl. Und das war auch der Moment, an dem ich mich so richtig fehl am Platz und einsam fühlte. Mist, was hab ich mir mit diesem Urlaub so alleine nur eingebrockt… Nun ja, da musste ich jetzt halt durch. Und he, ich habs überlebt. Am ersten Abend und an all den Abenden danach. Okay, ich muss auch sagen, dass sich das Serviceteam von Anfang an besonders fürsorglich um mich gekümmert hat. Das hat mir sehr geholfen. Die Tage vergingen wie im Flug. Ich habe viel geschrieben, viel Musik gehört, viel nachgedacht und ganz viel einfach Nichts getan. Und ich habe jede Menge fröhliche Stunden mit den Mitarbeitern hier verbracht. Wir haben viel gelacht und sie haben versucht, mir ihre Sprache beizubringen. Danke für Eure Geduld, aber ich bin einfach zu doof dafür... Was mein Jahreswechsel in den Dünen anbelangte, wusste ich noch nicht so genau, ob das wirklich klappte. Die Wüste wurde in diesen Tagen überschwemmt von Touristen und es sah nicht so aus, als ob es noch einen Platz für mich hätte da draussen. Am Mittag dann aber die erlösende Nachricht: Jaaaaaa, ich würde Silvester in den Dünen verbringen. Mein Herz bebte, ich zitterte am ganzen Körper, mir war schwindlig und die Tränen liefen mir wie Sturzbäche übers Gesicht. Ich weiss (noch) nicht, was das genau soll, aber jedesmal, wenn ich die Nachricht erhalte, dass ich in die Dünen kann, reagiere ich so. Abends wurde ich mit einem Jeep ins Camp gebracht, wo bereits johlende Touristen in Silvesterlaune waren. Die Berber holten ihre Instrumente heraus und spielten am Feuer. Meine Gefühle waren ziemlich durchmischt. Einerseits spürte ich den Zauber der Dünen, andererseits war ich irritiert über den Rummel hier draussen. Denn das, was ich an der Wüste so sehr liebe (Stille, Ruhe, Geborgenheit, Freiheit), konnte ich in diesem Tohuwabohu nicht wahrnehmen. Und trotzdem freute ich mich sehr, hier zu sein. Um Mitternacht knallten die Korken, es gab Sekt und Kuchen und alle schrien wild durcheinander. Ich schaute dem Spektakel noch etwas zu und ging dann ziemlich bald schlafen. Am Morgen freute ich mich auf den Sonnenaufgang. Ich zog mich an und setzte mich an einen Ort etwas weg von den vielen Menschen und genoss einfach, dass ich hier sein durfte. Dass ich den ersten Tag des neuen Jahrzehnts an dem Ort sein durfte, an dem mein Herz sein zweites Zuhause gefunden hat. Ich sog dieses Gefühl auf und platzierte es in jeder einzelnen Zelle meines Körpers. Ich wurde gefragt, ob ich gerne noch etwas bleiben möchte, oder ob ich mit zurück zum Hotel möchte. Was für eine Frage. Sehr gerne möchte ich noch in meinen geliebten Dünen bleiben. So zog ich los, spazierte von einem Sandhügel zum nächsten und war einfach nur glücklich. Glücklich auch, dass die vielen Menschen langsam abzogen und ich die Wüste so quasi für mich alleine hatte. Ich legte mich in den Sand, der langsam wärmer wurde und spürte eine tiefe Dankbarkeit für das, was ich gerade erleben durfte. Nach einiger Zeit kehrte ich zurück ins Camp, in der Erwartung, dort auf ein paar Menschen zu treffen. Aber da war niemand mehr. Alles war still und wie ausgestorben. Ich wurde etwas nervös, denn darauf war ich nicht vorbereitet. Ich fühlte mich einsam, verlassen und hatte schreckliche Angst, nie mehr wieder in die Zivilisation zurückzukommen. Die Dramaqueen in mir liess mich voller Elan in diese Emotionen reinsteigern und ich heulte Rotz und Wasser, konnte mich kaum mehr erholen. Nein, es waren nicht nur Tränen der Angst. Diese Tränen und das dazugehörige Gefühl lernte ich bei meinem ersten Wüstenbesuch kennen. Es kam von ganz tief drinnen. Zuordnen kann ich es bis heute nicht, aber diese Tränen waren und sind unglaublich befreiend. Es fühlte sich so an, als ob ich ganz viel alten Mist in den Dünen zurücklassen konnte. In meinem Desaster rief ich Houssine an und bat ihn, mich abzuholen. Nun ja, das Camp war ziemlich tief drin in der Wüste und so dauerte es 2 Stunden, bis endlich mein rettender Jeep kam und mich zurück ins Hotel brachte. Ich war fix und alle und total durch den Wind. Zumal heute auch noch mein letzter Abend war und ich mich von diesen wunderbaren Menschen und diesem zauberhaften Ort versabschieden musste. Voller Wehmut sagte ich nach dem Abendessen allen tschüss und um 22.00 Uhr verliess ich in einem Taxi das Hotel und fuhr mit einem wildfremden Marokkaner mitten durch die Nacht quer durchs Atlasgebirge nach Marrakesch. In meinem Abschiedselend musste ich trotzdem über mich grinsen. Noch vor 5 Jahren beschlich mich die nackte Panik in diesen Bergen und heute liess ich mich vertrauensvoll von diesem Mann durch die Nacht chauffieren. Am Flughafen angekommen, freute ich mich nun doch schon langsam, wieder in meine Heimat zurückzukehren. Der Flug war wieder total chillig, ich konnte sogar schlafen. Was? Ich schlief im Flugzeug? Ja, das gabs auch noch nie. Beim Landeanflug in Basel fühlte ich, dass diesesmal mein Herz auch wieder mit in die Schweiz gekommen ist. Ich warte auf den Zug, verbringe nochmal 3 ½ Stunden in der Bahn und dann, nach abenteuerlichen 21 Stunden komme ich wieder heil und voller Stolz zu Hause an. Ich war und bin so erfüllt, so voller Stolz und so unendlich dankbar über dieses Erlebnis. Ein besonderer Dank geht an Dani, der immer wieder meine Träume und Visionen unterstützt und mitträgt. Ein tiefes Danke auch an Houssine und Hamid, die mich während der Woche im Hotel und in den Dünen unterstützt, gestärkt und ertragen haben. Vous etes très merveilleux – marhaban. Ja, ich durfte wieder viel erleben und mitnehmen. Und ja, ich spüre welch unfassbare Power es mir verleiht, immer mal wieder Grenzen zu sprengen, sich vertrauensvoll in solche Herzensabenteuer zu stürzen und sich einfach dem hinzugeben, was gerade ist. Ich bin bewegt, demütig und dankbar für diese Geschenke. Und ich freue mich schon jetzt, wenn es in knapp 2 Monaten wieder heisst: bienvenu a Maroc.

AUS MEINER PRAXIS

Anfang August kam die Kundin zum ersten Mal zu mir in die Praxis. Verzweifelt und gut ausgerüstet mit den stärksten Schmerzmitteln, die es gibt. Geplagt von unerträglichen Schmerzen am Kopf, die sie praktisch täglich heimsuchten und die ihr manchmal nachts den Schlaf raubten. Hinter ihr lag eine Odyssee, die sie vom Hausarzt, zum Zahnarzt, zum Neurologen, zum HNO, «in die Röhre» und zu guter Letzt wieder zum Hausarzt führte, der ihr dann mitteilte: «Es tut uns leid, wir können leider nicht sagen, was mit ihnen los ist. Versuchen sie sich daran zu gewöhnen, mit den Schmerzen zu leben». Punkt. Diese Vorstellung war für sie unerträglich, was ich sehr gut nachvollziehen kann, und so suchte sie mich auf. Nach der vierten Behandlung kam sie vor einigen Tagen zum Termin und strahlte überglücklich und berichtete mir, dass sie seit der letzten Behandlung schmerzfrei sei! Sie könne es kaum glauben, aber es sei tatsächlich so! Natürlich habe ich mich riesig mit ihr zusammen gefreut! Gleichzeitig setzten sich neben der unbändigen Freude aber auch andere Emotionen frei. Warum wurde sie von einem Spezialisten zum anderen gejagt? Weshalb musste sie so viel Zeit, Geld und Energie investieren und sich mit «Gift» vollpumpen, um einigermassen den Alltag bewerkstelligen zu können? Nur um dann zu erfahren: Wir können ihnen nicht helfen, finden Sie sich mit der Situation ab. Ja, da fange ich aus Sicht der Massagetherapeutin, und natürlich auch als Privatperson, ganz stark an, unser Gesundheitssystem zu hinterfragen. Vorweg: ich bin in KEINSTER Weise gegen die Schulmedizin! Ich war persönlich auch schon sehr froh und von Herzen dankbar darüber, dass es sie gibt! Ich bin jedoch sehr dafür, dass jede Heilform zur richtigen Zeit am richtigen Ort eingesetzt und von unserem System gleichberechtigt behandelt werden sollte. Hier ein Beispiel: Wenn ich einen schweren Autounfall habe, ja, da bin ich heilfroh, dass es Chirurgen gibt, die sich zur Berufung gemacht haben, mich zu retten. Wenn es dann aber um die Traumabewältigung geht, helfen bestimmt auch andere Methoden als Antidepressiva. Dies einfach nur als Beispiel. Warum unterstützt unser Gesundheitssystem nicht eine individuelle Behandlung der Klienten? Warum kann in der Schulmedizin alles Mögliche ausprobiert und getestet werden? Warum werden sie von einem Kollegen zum anderen geschickt? Warum werden sie vollgestopft mit Chemie? Um sich dann von allen Seiten zu beklagen, dass unsere Gesundheitskosten derart in die Höhe schnellen? Der Aufwand der Klientin für meine Behandlungen war folgender: Faktor Zeit: 4x45 Minuten, Faktor Kosten: CHF 70.—. Was ihre Odyssee sie an Zeit, Geld und Energie beansprucht hat, daran möchte ich gar nicht denken…. Nochmals: Ich bin KEIN Gegner der Schulmedizin! Ich sag auch nicht, dass meine Behandlung das einzig richtige ist! Ich möchte lediglich die Frage in den Raum stellen, weshalb Komplementärtherapeuten und Schulmediziner im heutigen Zeitalter immer noch derart unterschiedlich behandelt werden? Natürlich hat der Klient die freie Wahl, für welche Behandlung er sich entscheidet. Jedoch sind die Leistungen seitens unseres Systems derart unterschiedlich, dass vielen aufgrund der finanziellen Verhältnisse kaum eine Wahl bleibt. Im Klartext: die Schulmedizin wird finanziell immer noch um ein vielfaches mehr unterstützt und getragen und bei der Komplementärmedizin wird lieber noch etwas gestrichen. Ja, ich weiss, ich setze mich mit diesem Thema in ein Wespennest, aber es ist mir schon seit Jahren ein grosses Anliegen, dass Schul- und Komplementärmedizin vermehrt zusammenarbeiten können und vorallem, dass unser Gesundheitssystem diese Entwicklung unterstützt. 

GRENZEN

Wenn Dir jemand sagt "das geht nicht", dann denk daran, das sind seine Grenzen, nicht Deine. Kennst Du das auch, dass Dir gesagt wird "das geht doch nicht" oder "bist du verrückt" oder "vergiss es" oder, oder, oder... Wenn nie jemand etwas gewagt hätte, würden wir heute noch in Höhlen leben. Die Menschen haben oft Angst, ihrem Herzensweg zu folgen, wenn dieser aussergewöhnlich ist und nicht der Gesellschaftsnorm entspricht. In meinen Anfängen wurde mir oft gesagt: "Was? Du willst massieren? Jede zweite Hausfrau tut das - das wird nie was. Von denen gibt es soviele..." Hätte ich auf solche Aussagen gehört, würde ich heute noch im Büro sitzen und wäre total verbittert. Die Tatsache, dass ich es entgegen solcher Aussagen geschafft habe, meine Berufung zu leben, hat mich ermutigt, seither immer wieder über meinen Schatten zu springen, meinem Ruf zu folgen und auch mal was zu wagen. Und ich habe es noch kein einziges mal bereut. Deshalb hör nicht darauf, wenn Menschen Dich in der Erfüllung Deiner Träume entmutigen wollen. Es sind ihre Grenzen, nicht Deine! Schreite mutig voran, folge Deinem Plan und geniesse jeden noch so kleinen Glücksmoment auf diesem, DEINEM Weg.

WUT

Kennst Du diese Emotion? Oder hast Du sie jahrelang im Zaum gehalten oder gar unterdrückt, weil es nicht gesellschaftskonform ist, wütend zu sein? Doch Emotion sind nie falsch! Egal ob sie «positiv» oder «negativ» sind. Diese Bewertung ist menschgemacht. Denn Emotionen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Seins. Und mein Glaube sagt mir sogar, dass genau die Emotionen ein wichtiges Argument sind, dass wir uns entscheiden, auf der Erde zu inkarnieren. Was wäre das Leben ohne Gefühle? Und ich finde, dass genau die Wut ziemlich viel Pfeffer und Potenzial ins Leben bringt. Die Frage ist eher, wie wir damit umgehen. Lassen wir sie unkontrolliert raus oder nutzen wir sie als Kraftquelle für Veränderungen, Prozesse oder neue Projekte? Ich kenne beide Seiten. Ich bin Sternzeichen Widder. Feurig, emotional. Ich gebe zu, ich verlier manchmal die Kontrolle über meine Gefühle. Über alle Gefühle, also sowohl über die «positiven» als auch über die «negativen». Doch dann, wenn der Überdruck mal raus ist, alles wieder klarer und übersichtlicher wird, kann ich besonders die Wut als grosse Kraftquelle nutzen. Deshalb ist die Wut bei mir jederzeit herzlich willkommen, auch wenn sie sich im akuten Fall nicht sehr angenehm anfühlt.

Ich glaube, gerade auch die Zeit, in der wir uns momentan befinden, triggert diese Emotion bei den meisten Menschen. Auch bei mir. Anfänglich waren viele gelähmt und ohnmächtig. Auch ich. Doch seit Beginn hat sich vieles verändert. Die Menschen haben angefangen, einiges zu hinterfragen, selber zu denken, selber zu fühlen, selber zu verantworten. Mehr und mehr. Dadurch sind auch schon einige Widersprüche aufgetaucht. Immer mehr Menschen trauen sich, ihre persönliche Meinung, Ihre Erfahrungen, Ihre persönliche Wahrheit zu äussern. Das rüttelt und schüttelt. Die Menschen erkennen, wie stark sie sich in ihren Gedanken, in ihrem Handeln, in ihrem Fühlen fremdsteuern liessen. Und genau in dieser Zeit der Erkenntnis, wird aktuell gerade nochmal ganz gehörig daran geschraubt, dass die Angst wieder stärker wird als all die Erkenntnisse über uns selber. Dies erzeugt ganz viel Wut. Auch bei mir. Nun ist es wichtig, dass wir genau diese Wut bündeln und so einsetzen, dass sie zu einer perfekten Grundlage für unsere persönliche und globale Veränderung werden kann. Jeder so, wie es für ihn möglich ist. Deshalb sperr dieses Gefühl nicht mehr länger weg. Lebe Deine Wut, wandle sie zu einem Motor, der Dich antreibt, für DICH, für Deine Wahrheit, für Dein Leben, für Deine Veränderung einzustehen. In dem Moment, in dem jedem für sich selbst klar ist, was seine ganz persönliche Wahrheit ist, kreieren wir ein starkes Fundament für ein selbstbestimmtes Leben auf diesem wunderschönen Planeten. Spürst Du die Energie der Freiheit, die sich daraus ergibt? Ich wünsche Dir Mut, Kraft und Klarheit um für Dich, Dein Leben, Deine Gefühle, Deinen Körper, Dein ganzes SEIN einzustehen. Nutze dazu auch die Kraft der Wut.

GANZ EHRLICH?

Wenn ich mit Menschen spreche, deren Augen vor einigen Monaten noch voller Lebensfreude gestrahlt haben und ich jetzt sehe, dass dieses Strahlen fast restlos verblasst ist, weil sie nicht mehr wissen, wie es für sie weitergehen soll.... dann weiss ich echt nicht, soll ich jetzt traurig oder wütend sein... Ist das weniger gefährlich als dieser Virus? Schmerzt das die Betroffenen weniger, als die Schmerzen, wenn der Virus da ist? Was wird für die Fernhaltung oder Linderung dieser Symptome unternommen? Hier helfen weder Masken, noch Impfungen. Wenn ich dann höre, es ist halt nun mal so und wir müssen uns damit arrangieren, dann könnt ich schreien. Das können wohl nur Menschen sagen, die einen geregelten Tagesablauf haben, die finanziell gut dastehen, die ihre Liebsten bei sich haben, ein Dach über dem Kopf und genug zu Essen und sich nicht dafür interessieren, wie es anderen Menschen geht. Ja, ich habe gelernt, dass ich nicht die Welt retten kann. Und ich weiss auch, dass ich der wichtigste Mensch in meinem Leben bin. Aber das wird mich niemals davon abhalten, mich auch für andere Menschen zu interessieren und mich bestmöglich für sie einzusetzen. Nein, ich bin KEINE C*-Leugnerin, aber mehr und mehr kann ich nicht mehr nachvollziehen, was mit gewissen Seelen da draussen in der Welt gemacht wird... es macht mich masslos traurig, wütend und manchmal sogar ohnmächtig... Ich bin eine starke Person und ich versuche meistens das Gute hinter allem zu sehen. Aber das fällt mir in der momentanen Situation manchmal echt schwer.... wann hört das denn endlich auf?? Wann können wir endlich in einer gerechten Welt leben?? Wann können wir unsere Egos soweit beiseite legen, damit andere nicht mehr darunter leiden müssen?? Fragen über Fragen... An all die lieben Menschen da draussen, die grad so verzweifelt sind, die ihr Strahlen, ihre Lebensfeude, ihre Existenz verloren haben: bleibt stark glaubt an Euch glaubt an die Gerechtigkeit auch wenn es grad noch nicht so aussieht - das Blatt wird sich wenden.

RESONANZGESETZ

«Hallo, wie geht es Dir?»

«Na ja, es geht so. Läuft halt immer was, muss da und dort sein und komme zu nichts… Bin immer ziemlich im Stress und habe keine Zeit für dieses und jenes…»

Kennst Du diese oder ähnliche Aussagen? Dann darfst Du Dich nicht wundern, wenn der Stress Dich nicht loslässt und Du Dich mehr und mehr ausgepowert fühlst. Denn das Resonanzgesetz macht keinen Unterschied, ob unsere Gedanken gut für uns und unser Umfeld sind oder nicht. Es IST einfach. Dem Gedanken folgt Energie. Was wir denken, ziehen wir in unser Leben. Solange Du also denkst, es läuft immer was, dann läuft auch immer was! Und zwar IMMER – weil Du denkst ja «immer». Wenn Du denkst, ich muss da und dort sein, dann werden auch immer Ereignisse auf Dich zukommen, an denen Du sein MUSST. Müssen ist nicht sehr angenehm - dürfen fühlt sich doch viel besser an ;) Solange Worte wie «Stress» oder «keine Zeit haben» Dich in Deinem Kopf begleiten, wirst Du auch keine Zeit und deshalb Stress haben. Denn dem Gedanken folgt Energie, sprich, Deine Gedanken formen Dein Leben. Resonanzgesetz sei Dank ;) Doch es gibt eine ganz tolle Sache an diesem Gesetz! Es funktioniert auch im umgekehrten Fall! ;) Fängst Du also an zu denken: «Ich habe jede Menge Zeit für Dinge, die mir wichtig sind oder die mir Spass machen», dann wirst ich diese Zeit auch haben. Wenn Du anfängst zu denken «ich DARF dieses und jenes» und es für Dich kein MUSS ist, dann werden Deine Unternehmungen zu einem wahren Vergnügen. Also unterschätz bitte Dein Gedankengut nicht und überprüfe immer mal wieder, was sich in Deinem Kopf den lieben langen Tag so alles abspielt ;) Nun wünsche ich Dir ein erholsames Wochenende mit ganz viel Zeit für Dich und mit ganz tollen Vorhaben, die ein DÜRFEN für Dich sind!

WIE FÜHLST DU DICH GERADE?

Ich sitz hier auf meinem Wohnzimmerboden mit Krokodilstränen in den Augen, weil ich endlich den Mut gefasst habe, meinen Koffer wieder auszupacken. Ja, ich brauchte wirklich Mut, das zu tun. Weshalb? Weil ich wusste, dass es ein sehr schmerzhafter Moment sein würde. Denn ich wollte nicht «einfach ein bisschen Urlaub machen». Nein, ich wollte nach Hause fliegen. Oh, ich liebe es auch, «ein bisschen Urlaub zu machen» und das übrigens auch in C*-Zeiten. Aber diese Reise wäre eine andere gewesen. Diese Reise hätte mich für ein paar Tage nach Hause gebracht. An den Ort, an dem mein Herz seine Wiege gefunden hat. Ja, ich weiss, wenn Du dieses Gefühl noch nie hattest, ist es vielleicht schwer, nachzuvollziehen. Dieses Zuhause ist nicht einem schönen Bauwerk, einer speziellen Natur oder einem Menschen zuzuordnen, wie ich es aus anderen Urlauben kenne. Dieses Zuhause ist die Energie dieses magischen Ortes, welche mein Herz zum Beben bringt, welche mir das tiefe Gefühl von Geborgenheit, Vertrauen und Beschütztsein gibt. Wenn mir jemand vor 2 Jahren erzählt hätte, dass ich dort in dieser «Einöde» in Zuhause finden würde, hätte ich ihn wahrscheinlich mit grossen, fragenden Augen angeschaut und vehement den Kopf geschüttelt. Denn die erste Reise zu diesem Zuhause war geprägt von Ängsten, Ängsten und nochmal Ängsten. Ich habe mich aber alledem gestellt, da ich spürte, dass mich hier etwas Einzigartiges, etwas Magisches erwartet. Etwas, das meine Seele so erfüllt, wie kaum etwas zuvor. Bald ist es 2 Jahre her. November 2018. Eine Freundin fragt mich, ob ich ihr Seminar in der Sahara mit meiner Kamera begleiten möchte. Bääämmmm….. ein Blitz durchfuhr mich, mein Herz bebte, mein Körper zitterte und die Tränen schossen mir wie Sturzbäche aus den Augen…. Was geschieht hier gerade?! Ich konnte es nicht zuordnen. Mein Kopf hatte gerade keine Ahnung, was das soll? Meine Seele wusste es offenbar schon. Bis ich dann dort war und erste Hinweise darauf bekam, hatte ich noch einiges zu Tun. Ängste anschauen, über viele Schatten springen, Glaubenssätze überprüfen, Grenzen sprengen. Viermal bin ich seither in «meine» Wüste gereist, viermal war ich schon Zuhause. Nun bestimmen seit Monaten andere, ob ich nach Hause gehen kann. Schliessen die Türe zu. Aber ich werde den Schlüssel finden. Ich gebe nicht auf. Und dann, wenn ich eintrete, werde ich umso glücklicher sein. Bis dahin werde ich mich weiterhin um mein Herz kümmern, ihm viel Aufmerksamkeit und Liebe schenken. Ihm das geben, was es gerade benötigt. Dazu gehört auch ab und zu eine riesige Portion Wut und Trauer. Auch wenn diese Gefühle in vielen Köpfen (und ich sag bewusst in den Köpfen, denn die Herzen wünschen sich das sehnlichst) nicht erlaubt ist. Ich stelle fest, dass vorallem in der Gspürsch-mi-fühlsch-mi-Szene (zu der ich übrigens auch gehöre – ich praktiziere sie manchmal einfach etwas anders) diese sogenannt «negativen» Gefühle keinen Platz haben. Wir sollen immer alles in Freude und mit guten Gefühlen annehmen, wie es ist, wir sollen immer Verzeihen, oder Es-hat-halt-noch-nicht-sein-sollen. Natürlich, auch ich bin ganz klar der Ansicht, dass wir verzeihen und annehmen sollen und dass es noch nicht hatte sein sollen. Doch bevor wir das können, möchten auch Gefühle wie Wut, Trauer, Ohnmacht, etc. gesehen und durchlebt werden. Wenn wir ihnen keinen Raum geben, müssen sie immer wieder anklopfen. Immer lauter werden. Bis sie irgendwann mit voller Wucht kommen. Was das anbelangt, war und ist 2020 ein grosses Lernfeld. Auch für mich. Auch wenn ich in dieser Thematik schon sehr geübt bin. Wir werden in so vielen Punkten getriggert und haben nun die Chance, vieles aufzulösen. Aufzulösen, in dem wir ALLEN Gefühlen Raum geben, sie leben, sie annehmen. So kann Heilung geschehen.

Nun ist wieder viel Text entstanden. Es ist viel Persönliches enthalten. Es ist viel «Esoterisches» enthalten. Dazu möchte ich abschliessend noch folgendes sagen:

Es ist absolut freiwillig, meine langen (und natürlich auch meine kurzen) Texte zu lesen. Die Sozialen Medien bieten viele Möglichkeiten, dass wir damit nicht mehr konfrontiert werden 😉

Ich schreibe diese persönlichen Geschichten nicht, um Likes, Herzen oder Mitleid zu sammeln. Ich schreibe das, um all jenen, die denken, sie wären allein mit diesen Gedanken und Gefühlen, zu zeigen, dass sie eben nicht alleine sind (das gibt uns ein ziemlich gutes Gefühl und den Mut, unsere «komischen» Gedanken und Gefühle anzunehmen).

Esoterik bedeutet nichts anderes als «innerlich», «dem inneren Bereich zugehörig». Deshalb finde ich Esoterik spitze! Denn ich widme mich sehr gerne meinem inneren Bereich. Leider wurde dieses Wort mittlerweile so missbraucht und ist mit einer total falschen Energie behaftet, was ich sehr schade finde.

Und nein, ich bin nicht abgespaced oder schwebe in anderen Sphären. Ich war wohl noch nie geerdeter als in den letzten paar Jahren. Aber geerdet sein bedeutet für mich nicht, vom Himmel abgeschnitten sein. Ich sehe mich als kleiner und doch so wichtiger Teil dieses riesigen Universums, welches mit unserem Verstand nicht fassbar ist. Und deshalb ist es für mich nicht mehr möglich, nur geerdet oder nur abgehoben zu sein. Denn ich bin sowohl als auch und das macht mich so vollständig.

Ich wünsche Euch alles Liebe. Seid achtsam mit Euch, mit Euren Gedanken, Euren Gefühlen. Gebt ihnen Raum und Zeit und alles, was sie sich wünschen. Fühlt Euch ganz lieb umarmt. 

FREIHEIT

Was bedeutet Freiheit für Dich?

Ich kann mich erinnern, dass ich immer schon diesen Drang nach Freiheit in mir spürte. Freiheit ist glaube ich ein grosses Wort und jeder Mensch hat einen anderen Bezug dazu. Als Teenie träumte ich davon, einmal mit einem bärtigen Rocker auf einer Harley Davidson die Route 66 zu durchqueren. Unendliche Weiten, den Wind in den Haaren (war damals schon Helmpflicht?), nicht wissen, wo Du am Abend schläfst, usw. Diese Vorstellung war für mich Freiheit pur. Später kam dann zu diesem Freiheitsdrang auch noch eine rebellische Seite zum Vorschein. Ich wär zum Beispiel gerne mal füdlablutt durchs Dorf gerannt…. Hihi, keine Angst, das erspar ich Euch. Und die wirklichen Rebellen lachen sich vermutlich über diese Aktion ins Fäustchen. Trotzdem glaube ich mich zu erinnern, dass dieses Gefühl von frei sein und ein wenig rebellisch sein (aber auf eine liebevolle Art) immer mal wieder anklopfte. Mal mehr, mal weniger. Ich habe diese Bedürfnisse jedoch immer wieder weggedrückt, weil viele Sachen, die ich mir unter frei und rebellisch sein vorstellte, waren entweder nicht gerne gesehen oder auch von Gesetzes wegen nicht erlaubt. So nach dem Motto «Das tut man nicht». Wer ist denn eigentlich man? Wer hat sich irgendwann einmal das Recht herausgenommen, zu bestimmen, was gesellschaftskonform ist und was nicht? Wann wurden wir in unserer Individualität ausgebremst? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Ich weiss nur, dass ich in der Vergangenheit ganz vieles gemacht habe, weil «man» das so macht, weil «man» das so von mir verlangte, weil «man» das so sehen oder hören wollte. Und mit dem Gesetz wollte ich schon gar nie in Konflikt kommen. Ich weiss noch, als ich meine erste Parkbusse bekam – oh mann, das war grauenhaft für mich. Ich hatte gegen die Regeln verstossen…. Ehrlich! Ja, heute lach ich auch darüber. Als ich mich dann angefangen habe, mehr und mehr mit dem Leben, mit dem Sterben, mit den Naturgesetzen, mit dem Universum, etc. zu beschäftigen, mich aus- und weiterzubilden in manchmal nicht so gesellschaftskonformen Themen, habe ich mich mehr und mehr kennen gelernt, habe mehr und mehr Selbstvertrauen gewonnen, habe mehr und mehr erfahren, welch grossartiges Geschenk das Leben ist. Dass es nicht nur daraus besteht, ein vorbildlicher Bürger zu sein, der täglich einer Arbeit nachgeht, die ihn nicht erfüllt, um am Ende des Monates seine Rechnungen zu bezahlen. Nein, das Leben bietet uns noch viel mehr! Es will gelebt werden! Mit Freuden, mit Spass, mit Liebe, mit Freiheit! Ja, mehr und mehr bin ich für mich und meine Bedürfnisse eingestanden. Mehr und mehr habe ich darauf gehört, wer oder was mir gut tut, wer oder was mich erfüllt. Nein, nicht mit dem Kopf durch die Wand (okay, manchmal schon…), aber immer mit ganz viel Liebe. Liebe für mich, Liebe für mein Umfeld, Liebe für unsere Erde, Liebe für alles was ist. Manchmal bin ich angeeckt, manchmal wurde ich nicht verstanden, manchmal wurde ich belächelt, manchmal sogar ausgegrenzt. Aber diese Erlebnisse lassen mich nicht davon abbringen, ein Leben in Freude, in Liebe und in Erfüllung zu leben. Je mehr ich weiss, was meine Bedürfnisse sind, je mehr ich weiss, wer oder was mir gut tut, desto mehr beschenkt mich das Leben mit genau diesen Menschen und Erlebnissen. Und so möchte ich auch gerade in der aktuellen Situation für meine Bedürfnisse, für meine Wahrheit, für meine Freiheit einstehen. Auch wenn ich vielleicht anecke, nicht verstanden, belächelt oder gar ausgegrenzt werde. Das ist okay. Ich kann damit umgehen – denn ich möchte frei sein und das Leben mit jeder Faser meines Seins geniessen. Und irgendwann, wenn ich dann oben auf dem Wölkchen sitze, denke ich: Schön wars – ich habe MEIN Leben gelebt! Namaste.

SOLIDARITÄT

Kürzlich hatte ich ein Gespräch mit einem Berufskollegen. Er hat mir erzählt, dass es ihn sehr ärgert, dass gerade in der jetzigen Zeit das Wort Solidarität extrem missbraucht werde, da vieles unter dem Deckmantel der Solidarität gemacht und akzeptiert wird. «Ich würde es ja gerne anders haben, aber aus Solidarität Dir gegenüber mache ich das oder wegen Dir verzichte ich auf das.» Doch wenn wir ganz ehrlich mit uns selbst sind, ist diese Solidarität oft eine schöne Ausrede, damit wir nicht zu unseren persönlichen Bedürfnissen und Wahrheiten stehen müssen. Denn gerade jetzt ist es besonders schwierig, für sein Herz einzustehen. Mehr noch als zuvor. Ich kenne dieses Thema auch sehr gut. Ich habe früher auch viel «wegen oder für die anderen gemacht». Bis ich das Muster dahinter erkannte: Ich wollte um jeden Preis geliebt und akzeptiert werden. Ich hatte Angst, zu meinen persönlichen Bedürfnissen und Wahrheiten zu stehen. Und «Wegen Dir» ist doch eine wunderbar soziale Ausrede, nicht zu mir selbst stehen zu müssen. Denn es fühlt sich doch super an, wenn ich für andere meine Grenzen überschreite, für andere verzichte, für andere Sachen mache, die mein Herz so in dieser Form nicht möchte. Doch unser Unterbewusstsein weiss, dass wir uns bei diesen Aktionen immer wieder selber belügen und in einer gewissen Form auch ablehnen. Denn wir folgen nicht unseren Herzensimpulsen. Ja, Solidarität ist wirklich etwas Schönes. Sie sollte aber eine Herzensangelegenheit sein und nicht dafür missbraucht werden, meine Ängste und Unsicherheiten zu verdecken. Vielleicht möchtest Du auch einmal hinter die eine oder andere (angeblich) solidarische Aktivität schauen. Und in dem Moment, in dem sich die Schatten zeigen, kann Heilung geschehen. Und aus dieser Heilung entsteht ehrliche Solidarität.

2020… WAS FÜR EIN JAHR….

2019 dachte ich ganz oft (nein, ich dachte es nicht nur, ich fühlte es auch), dass 2020 MEIN Jahr wird. Das wurde es tatsächlich, aber natürlich habe ich mir das Ganze ein bisschen anders vorgestellt. Ich weiss ja schon, dass «die da oben» die Bestellungen manchmal ein bisschen anders liefern, als ich es mir in meinem Köpfchen zurechtgelegt hab. Aber grad so?!? Na ja…

Angefangen hat es ja perfekt. Am 1.1. erwachte ich in meinen geliebten Dünen in der Sahara und war einfach nur restlos glücklich. Auch der Rest der Zeit bis zu diesem Lockdown verlief wie gewohnt. Mal fröhlicher, mal weniger, halt so wie das Leben eben spielt. Ich hab ab und zu etwas von diesem C*-Dings gehört. Da ich jedoch nie Zeitung lese oder Nachrichten schaue/höre, hatte ich keine Ahnung, was sich da gerade anbahnt. Naiv wie ein kleines Kind hab ich am 16. März noch normal gearbeitet und als ich um 20.30 Uhr Feierabend gemacht hab, sah ich auf dieser Gesichtsbuchplattform lauter solche oder ähnliche Einträge: «Wir haben ab morgen bis auf Weiteres geschlossen». Hääää?!? Worum geht es da gerade? Bin ich im falschen Film? Auch am anderen Tag dachte ich noch, dass mich das alles gar nicht betrifft. (Manchmal glaub ich, ich lebe auf einem anderen Planeten) Denkste…. Hab mich dann mal ein bisschen schlau gemacht und erst da begriff ich das ganze Ausmass. Ach Du heilige Sch…. Das Geschäft bis auf Weiteres schliessen? Keine Arbeit mehr? Keine Einnahmen mehr? Keine Umarmungen mehr? Keine Menschen mehr treffen? Keine Konzerte mehr? Stay at home? What the f*** stay at home? Ich kapierte grad gar nichts mehr und ein Gefühl von Weltuntergang machte sich in mir breit. Doch schon von Anfang an war mir die ganze Sache etwas suspekt. Nun ja, an gewisse Sachen hab ich mich gehalten, an andere nicht. Und an ganz viele Sachen hab ich mich einfach dann gehalten, wenn mein Umfeld es so wünschte. Nichtsdestotrotz hab ich immer mal meine Meinung zu dieser Angelegenheit geäussert. Privat und auch auf dieser Gesichtsbuchplattform. Wow, da kamen sie aber geschossen, die Giftpfeile. Eine andere Meinung als Mainstream zu haben, war grad eines der grössten Verbrechen, die Du in dieser Zeit begehen konntest. Und wehe, Du wolltest noch andere Gedanken haben oder über etwas anderes sprechen als nur über C*…. Überhaupt warst Du eine Gefahr für Deine Mitmenschen – durch Deine blosse Anwesenheit. Eine Zeitbombe… die hoch geht, wenn Du jemandem zu nahe kommst, ihn zu lange anschaust oder wenn Du gar husten oder niesen musstest. Eine lebendige Waffe. Angsterfüllte Augen oder verurteilende Aussagen, wenn Du es gewagt hast, Dich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Und wehe, Du hast Bilder von einem Spaziergang im Dorf gepostet. Uiuiui, da war ganz schön was los.

Schon ziemlich rasch haben sich die Lager gespalten. Diejenigen, die mit dem Mainstream einig waren und diejenigen, die eine andere Meinung vertraten. Diejenigen, die ihre Schattenthemen offenbarten und diejenigen, die vor lauter heile Welt nicht mehr aus dem Strahlen heraus kamen. Endlich war das Haus mal wieder sauber, viele Menschen entdeckten endlich, in welch wundervollen Heimat sie leben dürfen, dass die Natur ein einziges Wunder und die beste Medizin überhaupt ist und dass Zeit mit nahestehenden Menschen eine der kostbarsten Investitionen ist. Schön, dass viele erkannt haben, worum es wirklich geht im Leben. Und hier mein ich nicht das saubere Haus. C* hat also selbstverständlich auch eine schöne Seite – wie so alles in unserer dualen Welt.

Mich persönlich hat es ganz schön rumgeschleudert. Von tiefer Trauer über kaum kontrollierbare Wut war alles mit dabei. (Das war wohl auch nicht zu übersehen/-hören-/lesen. Ich steh halt schon lange total auf Authentizität und nicht auf Scheinwelt, deshalb äussere ich mich immer so, wie ich es gerade fühle.) Ich konnte nicht verstehen, was da grad mit der Welt und mir geschah. Konnte es überhaupt nicht zuordnen. Bis anhin waren «schwierige» Phasen für mich immer gut auszuhalten, blickte immer in eine positive Zukunft und ich sah trotz allem immer einen Weg und den Sinn von allem vor mir. Diesmal war es anders. Ich fühlte mich wie mitten im grössten Orkan, den ich je erlebt hab. Ich sah nichts mehr und ich fühlte nichts mehr. Meine tiefsten Themen kamen gnadenlos auf den Tisch und ich konnte mich nicht mehr orientieren, weil mir mein Urvertrauen und mein Bauchgefühl abhanden gekommen waren. Ich fühlte mich «von denen da oben» total im Stich gelassen. Das war ein furchtbares Gefühl. Ich wusste nicht mehr, was ich noch tun sollte. So gab ich mich meinem Elend hin. Weinte, fluchte, liess mich von aussen triggern und war kurz vor dem Verzweifeln. Nach 6 Wochen durfte ich wenigstens wieder arbeiten, was mich riesig gefreut hat. Ich habe meine Kunden und meine Praxis sehr vermisst. Doch diese unguten Gefühle blieben. Dazu kam, dass ich mich, kurz nachdem ich wieder arbeiten durfte, von meinem wunderbaren Partner getrennt habe, mit dem ich die letzten 14 Jahre meines Lebens geteilt habe. Ja, er war wirklich ein wunderbarer Partner und ist ein ganz besonderer Mensch. Und ich werde ihn immer lieben. Das tönt jetzt sehr widersprüchlich, ich weiss. Mein Verstand konnte sich das alles auch nicht erklären. Mein Herz weiss aber ganz genau, worum es geht. Deshalb habe ich nicht mehr versucht, die Situation mit meinem Verstand, sondern mit meinem Herzen zu verstehen. Das hat eine Weile gedauert. Aber seit ich mit dem Herzen verstehe, geht es mir in dieser Angelegenheit gut. Ja, er ist wirklich ein ganz besonderer Mensch! Und er wird für immer einen grossen Platz in meinem Herzen haben und hoffentlich noch ganz lange mein bester Freund bleiben! An dieser Stelle ein grosses DANKE für die gemeinsame Zeit und dass Du immer mein rettender Anker warst. Ohne Dich wäre ich nicht, wer ich heute bin. Dafür werde ich Dir für immer dankbar sein! Natürlich hat diese Trennung meine C*-Gefühle nicht gerade zum Besseren gewendet. Das Drama war nun komplett. Ich lief eh schon auf dem Zahnfleisch und jetzt hatte ich auch noch alles verloren, was mir einmal lieb und teuer war… Meinen Partner, mein Zuhause, meinen Anker und auch mich selbst… und ich wusste nicht, ob ich mit meiner Praxis finanziell über die Runden kommen würde. Sorry für den Ausdruck, aber jetzt fühlte ich mich echt am Arsch… Ich stand am Abgrund eines tiefen schwarzen Lochs und ein kleiner Windhauch würde reichen, dass ich fiel… Ich sehnte mich so sehr nach Menschen, die mich halten. Menschen, die mich davor bewahren, zu fallen. Ich wünschte mir Menschen, die mich anhören, bei denen ich mich verstanden fühle und die meine Hand halten. Ich hörte von vielen Seiten: Miriam, Du bist immer so mutig und so stark. Ich bewundere Dich. Du schaffst das. NEIN, verdammt nochmal, ich war nicht mehr stark. Und nicht mehr mutig. Und ich war mir ganz und gar nicht sicher, ob ich das schaffen würde. Denn ich war am Boden zerstört und einfach restlos verzweifelt. Und ich wollte mich diesen Gefühlen hingeben und sie nicht wegdrücken. Ich wollte mir das Recht nehmen, mich schwach, hilflos und verzweifelt zu fühlen. Denn ich wusste, dass mein Mut und meine Kraft danach wieder zurückkehren können. In dieser Situation wünschte ich mir so sehr, in meine geliebte Wüste zu reisen, denn dort fühlte ich mich verstanden und geborgen. Dort könnte ich heil werden, auftanken und mich wieder finden. Doch leider wurde die Öffnung der Grenzen immer wieder um einen weiteren Monat verschoben und ich hatte keine Chance, irgendwie dahin zu kommen. Das hat mein Herz endgültig gebrochen. Manchmal wünschte ich mir, die Augen zu schliessen und nicht mehr aufzuwachen. Nein, ich hatte keine Suizidgedanken. Ich wollte einfach nicht mehr fühlen, wie sehr mein Herz weh tat. Ich wollte nicht mehr all die (wahrscheinlich gut gemeinten) Ratschläge (Schläge tun übrigens weh!) hören, denn nach bald 14jähriger Tätigkeit als Therapeutin waren mir all die trockenen Theorien doch bestens vertraut. Ich wünschte mir nur ein offenes Ohr und etwas Verständnis. An dieser Stelle danke ich all jenen, die ein offenes Ohr und eine helfende Hand für mich hatten. Danke auch all jenen, die ich in der Vergangenheit unterstützt habe und die mich nun im Stich gelassen haben, als ich Unterstützung benötigte – ich weiss jetzt, wer es ehrlich mit mir meint. Und dann gab es da diesen einen Menschen, der mich während der ganzen Zeit getragen hat, der mich angehört hat, der mir aber auch ab und zu die Leviten gelesen hat, wenn ich mich zu sehr im Selbstmitleid gesuhlt habe. Diesen Menschen, den ich aus dem «richtigen» Leben kaum kannte, der mich aber täglich per WhatsApp-Anruf am Leben erhalten hat. Diesen Menschen, dem ich während der letzten Wochen mehr und mehr mein Herz geschenkt habe, weil er es mit so viel Liebe, Achtsamkeit und Respekt behandelt. Das war so gar nicht geplant. Aber Gefühle sind nicht planbar. Und es war und ist grad nicht einfach. Denn dieser Mensch passt aus gesellschaftlicher Sicht so gar nicht an meine Seite. Er kommt aus einer anderen Kultur mit einer negativ behafteten Religion und ist viele Lebensjahre jünger als ich. Diese Tatsache, hat mich ganz lange davon abgehalten, jemandem von uns zu erzählen. Denn ich wusste, dass man mit dem Finger auf mich zeigen und über mich reden würde. Und ich war einfach nicht stark genug, das auch noch auszuhalten. Doch jetzt, da ich wieder Boden unter den Füssen habe, da ich wieder klar sehen und vorallem klar fühlen kann, bin ich auch bereit, mich zu «outen». Und das kostet mich jetzt grad fast unüberwindbaren Mut, das könnt Ihr mir glauben. Weil ich selber die ganze Zeit wahrnahm, mit welch veralteten Glaubenssätzen ich in dieser Thematik doch behaftet war und zum Teil immer noch bin. Doch ich möchte es tun, um endlich frei zu sein. Mich frei zu fühlen, von diesem Geheimnis, das schwer auf meinen Schultern lastet. Ja, ich liebe einen Mann, der viel, viel jünger ist als ich, der aus einem arabischen Land kommt und Moslem ist. Aber wisst Ihr was? All das ist für mich nicht (mehr) relevant. Denn er hat ein Herz aus Gold, ein Lachen, das grösser nicht sein könnte und Augen, die mich tief in seine Seele blicken lassen. Wir begegnen uns auf Augenhöhe und trotz der Sprachbarriere verstehe ich mich mit ihm besser als mit manch jemandem, der dieselbe Sprache spricht wie ich. Ja, er ist ein Geschenk des Himmels und meine Dankbarkeit, dass ich ihn treffen durfte, ist kaum in Worte zu fassen. Ja, ich kann sie vereinzelt hören, diese Gedanken: «Der will doch nur Dein Geld oder Deinen Pass.» Für mich fühlt es sich nicht so an, nein. Und auch falls es so enden sollte, werde ich nicht hadern, denn ich geniesse einfach das, was JETZT gerade ist. Und das JETZT fühlt sich so richtig gut an! Wir wissen alle nicht, was uns die Zukunft bringen wird. Aber wenn ich etwas gelernt habe in den vergangenen Monaten, dann ist es, nicht mehr über Monate oder gar Jahre hinaus zu studieren oder zu planen. Ich geniesse einfach den Moment, lass mich treiben und geh mit dem, was gerade ist, ohne darüber nachzudenken, was morgen oder in ein paar Jahren sein wird. Ja, ich fühle mich wieder mutig und stark. Und ja, ich hab den Zugang zu meinem Herzen wieder gefunden. Und dieses hat noch ganz viel vor mit mir. Mein Kopf kann noch nicht alles zuordnen, aber wie gesagt, ich lass mich einfach führen und versuch, immer wieder zu vertrauen.

Und um die Gerüchteküche grad schon ein wenig zu schmälern: NEIN, dieser Mann ist weder der Grund für meine Trennung, noch der Grund für meine vielen Wüstenreisen.

So, jetzt ist es raus. Pfffff…. Und obwohl ich mich jetzt grad sehr vor den Reaktionen fürchte, fühl ich mich endlich total erLEICHTert! Ich schreibe das nicht, um Likes zu sammeln oder Mitleid zu erregen. Und ich weiss auch, dass einige denken, dass so etwas persönliches nicht auf Social media gehört. Mag sein, ja. Aber ich schreibe das genau hier, um mich zu beFREIen und vorallem, um den Menschen, denen es in den vergangenen Wochen und Monaten vielleicht auch so ging (oder immer noch so geht), zu zeigen, dass Ihr nicht alleine seid. Nehmt Eure Gefühle liebevoll an, dann können sie heilen. Steht zu Euch und Euren Bedürfnissen. Findet Menschen, die empathisch sind und hinhören, wie es Dir geht. Sprecht aus, wie Ihr Euch fühlt, was in und um Euch los ist. Seid mutig genug, aus dem System auszubrechen, wenn das Euer Weg ist. Ich habe gerade in der jetzigen Zeit viele Gespräche geführt, in denen mir die Menschen gesagt haben: Ich fühl wie Du, aber….. Ich weiss, fühlen und TUN sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. TUN braucht manchmal ganz viel Mut. Und nach dem TUN braucht es ganz viel Vertrauen, Kraft und Zuversicht. Aber ich kann Euch sagen, es lohnt sich immer wieder! Denn jedesmal, wenn Du TUST und sich das Neue dann eingerichtet hast, bist Du stärker, freier und leichter als je zuvor. Angst beginnt im Kopf. Mut auch. Sei mutig! Die Welt verändert sich gerade. Unsere Gedanken, Muster, Systeme werden neu geordnet. Und das ist gut so. Das haben wir uns ja alle solange gewünscht. Aber wir dachten, es würde leichter gehen. Doch wir schaffen das! Wenn wir alle selbstverantwortlich und mutig unseren ganz persönlichen Herzensweg gehen und unsere Bedürfnisse kennenlernen. In allen Bereichen unseres Lebens.